Die Vorsorgevollmacht

Rund eine Million Menschen in Deutschland leiden an einer Demenzerkrankung. Die geistige Leistungsfähigkeit nimmt ab. Den Betroffenen fällt es immer schwerer ihren Alltag zu bewältigen. Auch andere länger anhaltende Krankheiten, Unfälle oder Behinderungen können zur Folge haben, dass Sie Ihr Leben nicht mehr allein bestimmen können. Grundsätzlich wäre nun der Punkt erreicht, an dem ein Betreuer durch das Vormundschaftsgericht eingesetzt werden könnte.

Doch es geht auch anders. Mit einer Vorsorgevollmacht übertragen Sie einer Vertrauensperson (oder mehreren) das Recht, stellvertretend für Sie in allen persönlichen sowie Vermögens-, Steuer-, Renten-, Sozial- und sonstigen Rechtsangelegenheiten zu entscheiden. Dieses Recht kann sich beziehen auf die Verwaltung Ihres Vermögens, auf Bankgeschäfte, Rente, Steuerangelegenheiten, Versicherungen, Mietverhältnisse und andere Verträge. Letztlich bestimmen Sie, wie weit eine Vollmacht gehen soll.

Hinweis: Ein automatisches Vertretungsrecht durch den Ehepartner oder andere Familienangehörige gibt es nicht. Auch diese Personen sind auf eine von Ihnen verfasste Vorsorgevollmacht angewiesen.

Eine Frage der Form
Eine Vorsorgevollmacht bedarf keiner besonderen Form. Dennoch ist es sinnvoll, die Vorsorgevollmacht durch einen Notar beurkunden zu lassen. Nur so ist gewährleistet, dass die Geschäftsfähigkeit des Vollmachtsgebers vorlag und auch die Unterschrift von ihm stammt.

Aufbewahrung der Vollmacht
Sie können die Vorsorgevollmacht frühzeitig an den Bevollmächtigten aushändigen oder so hinterlegen, dass sie leicht aufgefunden wird. Auch ist es möglich, die Vollmacht einem Dritten zur Aufbewahrung zu übergeben.

Auch für Vorsorgevollmachten sind Formulierungshilfen und Formblätter unter verschiedenen Adressen erhältlich. Informationen zu Vorsorgevollmachten des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz finden Sie hier zum download:

Hinweis: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche und fachkundige Beratung durch einen Notar oder einen Rechtsanwalt nicht ersetzen.